WordPress mehrsprachig machen

WordPress mehrsprachig machen

Du willst nicht nur auf Deutsch bloggen? Mit einem Sprach-Plugin oder WordPress Multisite wird Dein Blog international.

Es gibt gute Gründe für eine mehrsprachige Website: Deine Leser kommen aus verschiedenen Ländern, Du hast eine Affinität zu einer Sprache oder willst Deine Reichweite vergrößern. Technisch ist ein mehrsprachiges Blog gar nicht kompliziert – auch wenn WordPress diese Funktion (noch) nicht von Haus aus mitbringt. Dabei kannst Du zwischen zwei Varianten wählen: Entweder installierst Du ein entsprechendes Plugin oder Du verwendest die Funktion WordPress Multisite.

Mehrsprachiges WordPress mit dem Plugin WPGlobus

Der schnellste Weg ist die Installation eines entsprechenden Plugins. Beliebt und vor allem für größere Websites interessant ist WPML. Kostenlose Alternativen sind unter anderem Polylang und WPGlobus. Weil Letzteres besonders einfach und übersichtlich ist, zeigen wir die Vorgehensweise mit diesem Plugin.

1. Installation und Einstellungen

Nach der Installation und Aktivierung findest Du im Backend den Menüpunkt WPGlobus. Hier kannst Du unter Sprachen neben Englisch, Spanisch, Französisch und Russisch noch weitere hinzufügen. Zudem gibt es verschiedene Optionen für die Darstellung in den Menüs. Darunter legst Du fest, ob und in welchem Menü die Sprachauswahl („Selektor“) erscheinen soll.

Wichtig: Bei manchen Themes funktioniert der Selektor nicht, zum Beispiel im Header von Twenty Nineteen. Du kannst ihn aber auch als Widget integrieren (dazu unten mehr).

Grundeinstellungen von WPGlobus

Bei Post-Types setzt Du am besten beide Häkchen, um Seiten und Beiträge übersetzen zu können. Du solltest auch unbedingt die Checkbox im Bereich Weiterleiten aktivieren, damit Besucher anhand der Spracheinstellungen ihres Browsers automatisch an die entsprechende Seite weitergeleitet werden. Dann müssen sie die Sprache nicht mehr manuell über den Selektor ändern.

2. Sprach-Selektor als Widget einbinden

Zusätzlich oder als Alternative zur Integration ins Menü kannst Du den Sprach-Selektor als Widget verwenden (Design -> Widgets). Hier hast Du ebenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Darstellungen:

Das WPGlobus Widget platzierst Du wie alle Widgets einfach per Drag & Drop an die gewünschte Stelle.

3. Inhalte übersetzen

Für WordPress gibt es glücklicherweise zahlreiche Übersetzungen für die System-Meldungen und Standardtexte (zum Beispiel im Kommentarbereich). Daher brauchst Du nur Deine eigenen Inhalte zu übersetzen. Bevor es an die Beiträge und Seiten geht, solltest Du zunächst die Menüs, Kategorien und Schlagwörter übersetzen.

Klicke dazu im Menü-Bereich (Design -> Menüs) einfach auf einen Eintrag und gib dann die Übersetzung(en) ein:

In diesem Beispiel übersetzen wir den Menüpunkt „Ernährung“ ins Englische und Spanische.

Das Gleiche machst Du mit den Kategorien (Beiträge -> Kategorien) und Schlagwörtern (Beiträge -> Schlagwörter).

Wenn das erledigt ist, kannst Du die Übersetzungen für Deine Texte einfügen. Um eine Seite oder einen Beitrag zu übersetzen, wechselst Du im Backend in die entsprechende Bearbeiten-Ansicht. Über die WPGlobus-Einstellungen kannst Du zwischen den Sprachen wechseln und die Übersetzungen einfügen.

Die Sprachwahl ist praktisch und bringt Farbe in den Editor.

Mehrsprachiges WordPress mit WordPress Multisite

Die zweite Methode für ein mehrsprachiges Blog basiert auf WordPress Multisite. Damit kannst Du für jede Sprache ein separates Blog innerhalb einer WordPress-Installation (Netzwerk) erstellen. Das klingt komplizierter als es ist. In den hier verlinkten Beiträgen erfährst Du Schritt für Schritt, wie Du dabei vorgehst:

1. Installiere WordPress manuell,

2. Aktiviere WordPress Multisite und lege für jede Sprache eine Subdomain und eine Website an.

3. Anschließend solltest Du die Websites miteinander verbinden. Dazu kannst Du einfach auf jeder Website ein Dropdown-Menü erstellen, in dem Du auf die jeweils anderen Websites verlinkst: Trage in den Menü-Einstellungen (Design -> Menüs) die Adressen der Websites als individuelle Links ein und füge sie zum Menü hinzu. Als oberen Menüpunkt für die Sprachauswahl (zum Beispiel „Languages“) gibst Du als Adresse irgendwas an. Nur so kann WordPress den Eintrag speichern. Anschließend kannst Du den Inhalt dieses URL-Felds löschen, um die Verlinkung zu entfernen. Das Gleiche machst Du bei den anderen Websites, wobei die jeweilige Website selbst natürlich nicht verlinkt werden muss.

Mit Drag & Drop rückst Du die Unterpunkte ein, um ein Dropdown-Menü zu erstellen.

4. Als letzten Schritt kannst Du (optional) Multisite Language Switcher installieren. Das Plugin ist enorm hilfreich bei der Verwaltung der Übersetzungen. So zeigen Dir Flaggen-Icons in der Beitragsübersicht (Beiträge -> Alle Beiträge) jeder Website des Netzwerks an, ob Übersetzungen fehlen. Von hier aus gelangst Du direkt in die entsprechende Beitrags-Ansicht. Ähnlich sieht das bei Seiten, Kategorien und Schlagwörtern aus.

In der Beitrags-Übersicht verlinkt Multisite Language Switcher auf die verknüpften Übersetzungen.

Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Übersetzungen miteinander verknüpft sind. Zu diesem Zweck konfigurierst Du zunächst die Websites in den Plugin-Einstellungen (Einstellungen -> Multisite Language Switcher). Wichtig ist hier die korrekte Sprachwahl.

Über die Links oben gelangst Du ohne Umwege direkt zu den Konfigurationen der anderen Websites.

Wenn Du Dir einen Beitrag oder eine Seite im Editor anschaust, findest Du unten rechts den Bereich Multisite Language Switcher. Hier musst Du nur noch die entsprechenden Inhalte der anderen Blogs als Übersetzungen festlegen. Mit dem Block Multisite Language Switcher hast Du außerdem die Möglichkeit, direkt im Beitrag bzw. in der Seite auf die Übersetzungen zu verweisen (als Textlink oder Flagge).

In den Dokument-Einstellungen verknüpfst Du die Übersetzungen.

Plugin oder Multisite?

Zwei Methoden, ein Ziel: WordPress mehrsprachig machen. Welche die bessere ist, hängt von Deiner Situation ab. Wenn Du schon länger bloggst und viele Inhalte hast, wirst Du vermutlich die einfache Lösung per Plugin bevorzugen. Die Browserweiche ist ebenfalls ein Argument für WPGlobus.

Der Weg über WordPress Multisite hat den Vorteil, dass die Mehrsprachigkeit Deines Blogs nicht von einem Plugin abhängt. Die separaten, aber zentral administrierten Websites haben „in der Landessprache sprechende“ URLs und lassen sich individuell gestalten. Es ist Deine Entscheidung… 😉

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  1. Avatar

    Daniel sagte am

    Hallo Christian, vielen Dank für die hilfreiche Anleitung!

    Gibt es bei Strato Infos zu Neuronto? (ist auch eine Möglichkeit, WordPress mehrsprachig zu machen), t3n hat auch drüber berichtet: https://t3n.de/news/neuronto-wordpress-plugin-deepl-1189089/

    Antworten

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