„Das Online-Geschäft wird sich nie auf wenige große Player konzentrieren“

„Das Online-Geschäft wird sich nie auf wenige große Player konzentrieren“

Seit 11 Jahren bringt STRATO Online-Händler erfolgreich mit Webshops ins Netz, die auf der E-Commerce-Software von ePages beruhen. Wilfried Beeck, CEO von ePages, über das Ideenreichtum der Start-ups und die Chancen kleiner Händler, sich neben den großen zu behaupten:

Herr Beeck, können Sie sich noch an das erste Produkt erinnern, dass Sie online gekauft haben?

Das ist sehr lange her. Wir waren 1994 ja eines der ersten Unternehmen weltweit, das einen eigenen Online-Shop betrieb. Als Distributor verkauften wir die Produkte von Steve Jobs damaligem Unternehmen NeXT an Händler und NeXT-User. Um unseren eigenen Shop zu verbessern und von anderen zu lernen, machte ich ab und zu Testkäufe bei amerikanischen Online-Shops. Einer war ein Buchladen namens Amazon.

STRATO und ePages unterstützen Online-Händler seit 11 Jahren, erfolgreich im Web zu verkaufen. Werfen wir einen Blick zurück: Wie kam die Zusammenarbeit damals zustande? Wie können wir uns die ersten gemeinsamen Schritte von ePages und STRATO vorstellen?

Als wir mit ePages 2002 gestartet sind, hatten wir das Ziel, eine Software-as-a-Service-Plattform zu entwickeln, mit der Kunden ohne eigene Hardware- und Software-Investitionen einen Online-Shop betreiben können. Heute würde man es Cloud-Plattform nennen. Es war ein naheliegender Gedanke, sich dazu einen großen Hosting-Partner zu suchen. Eines der ersten Gespräche führte ich mit dem STRATO-Vorstand in Berlin. Wir kamen schnell zum Einverständnis, diese Zukunftsvision gemeinsam zu realisieren. So konnten wir 2003 mit einem STRATO Online-Shop, powered by ePages, an den Start gehen. STRATO war immer das Vorbild und der größte Referenzkunde, auch wenn wir europaweit weitere Hosting-Provider für das Konzept gewinnen konnten. Die Kollegen auf beiden Seiten arbeiten seit so vielen Jahren zusammen, dass ich manchmal das Gefühl habe, wir gehören zum gleichen Unternehmen. Auch den gemeinsamen Pioniergeist haben wir uns immer bewahrt. Neue Ideen und Produktfeatures realisierten wir fast immer zuerst bei STRATO, weil wir dort das Vertrauen genießen, dass es funktionieren wird.

Was sind die kuriosesten Produkte, die Shop-Betreiber über ePages anbieten?

Ich bin immer wieder erstaunt über die Vielfalt und das Ideenreichtum vor allem der Start-ups, die mit neuen Konzepten und oft wenig Kapital unsere Plattform nutzen und dabei erstaunliches aus der Software herausholen. Oft in kleinen Nischenmärkten, die man sonst überhaupt nicht kennen würde. Da gibt es den Sommerlatschen-Shop oder die gestrickten Handy-Hüllen von Oma Schmidt’s Masche. Aber genau das ist es, was uns bei ePages immer wieder inspiriert und fordert, weil hinter den Shops meist engagierte Gründer und Unternehmer stehen, die für ihre Produkte brennen und für die der Shop die wichtigste Verbindung zu ihren Kunden und Märkten ist.

Wilfried Beeck gemeinsam mit STRATO CEO Dr. Christian Böing
Wilfried Beeck gemeinsam mit STRATO CEO Dr. Christian Böing

Wie entwickeln Sie die Webshops weiter? Woher wissen Sie, was morgen für Shop-Betreiber wichtig ist?

Im Zentrum der Produktkonzeption steht bei uns ein Team von zehn Mitarbeitern im Produkt-Management, wo alle Vorschläge und Anforderungen zusammenfließen. Das sind keine Entwickler, sondern E-Commerce-Experten aus verschiedenen Disziplinen, wie Usability, Design, SEO, Mobile und Apps. Das Team bewertet den Input sowie Marktstudien und beobachtet wichtige Marktbegleiter, vor allem in den USA. Sie sprechen mit ePages-Usern über Verbesserungen und suchen bei innovativen Websites nach neuen Elementen, die für unsere KMU-Kunden nutzbar sein könnten. Es geht ja bei uns nicht unbedingt darum, dass wir dauernd das Rad erfinden müssen, sondern aus vielen Ideen ein verlässliches Produkt machen, mit dem Kunden erfolgreich arbeiten können. Wir werden dabei nicht immer die Ersten, wollen aber langfristig die Besten sein.

Laut Bitkom kaufen 51 Millionen Deutsche Waren im Internet ein. Welche Herausforderungen müssen Online-Händler meistern, um sich gegen große Shopping-Portale durchzusetzen?

Das Online-Geschäft wird sich nie auf wenige große Player konzentrieren. Es gibt einfach zu viel Bewegung im Markt und zu viele Nischenmärkte, die von großen Playern nicht effizient erreicht werden. Die Herausforderung für die kleineren Händler besteht darin, ihr Produkt-Know-how, ihren Kundenservice und ihre Kundennähe sowie ihre Differenzierung in den Vordergrund zu stellen. Sie müssen überall dort mit ihrem Angebot vertreten sein, wo Kunden danach suchen. Sei es bei Google, Amazon, eBay oder auf all den anderen relevanten Portalen.

Was sind aktuell die wichtigsten Trends im E-Commerce? Was wird sich in den nächsten Jahren verändern?

Mobile und Touch werden weiter an Bedeutung zunehmen. Der wichtigste andere Trend ist Omnichannel, weil das den Kunden ein optimales Shoppingerlebnis bringt. Händler, die auf mehreren Kanälen vertreten sind, also stationär und online, werden Vorteile gegenüber denen haben, die es nicht sind. Zum Beispiel, weil sie noch am gleichen Tag liefern können. Ich kann mir deshalb kaum vorstellen, dass es in wenigen Jahren noch stationäre Händler gibt, die keine gute Online-Präsenz haben. Umgekehrt werden sich die reinen Online-Händler eventuell auch stationäre Partner suchen müssen.

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