Schieb schreibt: Sicher online einkaufen

Schieb schreibt: Sicher online einkaufen

Diesmal hat sich unser Gastautor Jörg Schieb Gedanken über die Frage gemacht, woran man eigentlich einen sicheren Onlineshop erkennt. Wir kaufen immer öfter online ein, das lockt leider auch Betrüger an – außerdem sind nicht alle Onlineshops eine Empfehlung wert. Deshalb lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen.

Von Jörg Schieb

In einer idealen Welt, da läuft alles rund. Da sucht man im Internet nach einem Produkt, findet den günstigsten Anbieter, bestellt, bekommt die tadellose Ware geliefert, bezahlt – und alle sind zufrieden. So ist das meistens auch.

Doch es gibt auch unseriöse Onlineshops, auf die man sich nicht verlassen kann, die ihre Kunden nicht gut behandeln. Shops, die man einmal besucht – und dann nie wieder. Und dann gibt es noch die besonders harten Fälle. Onlineshops, die von Anfang an nur ein Ziel haben: Den Kunden zu prellen.

Ausgefallene Tricks: Kaninchenfutter statt Tablet-PC

Betrüger sind einfallsreich: Einen besonders dreisten Fall konnte man vor kurzem im ARD Ratgeber Internet sehen. Wenn der Kunde im speziell präparierten Onlineshop etwas im Internet bestellt, bekommt er eine E-Mail mit einer Bestätigung. Er soll bei Lieferung zahlen, per Nachnahme. Später kommt ein Bote und kassiert ab. Der Bote gehört allerdings zur Betrügerbande, im Paket ist nur wertloser Kram – und das Geld ist weg. Bei Nachnahme ohne Chance, es wiederzubekommen.

Solche Horrorgeschichten verunsichern natürlich viele. Wo kann man ordern, wo ist man sicher, wo lässt man besser die Finger weg? Die ganz großen Onlineshops und Namen verdienen grundsätzlich Vertrauen, selbst wenn auch hier mal was schief läuft. Bei den Tausenden kleinen und mittleren Onlineshops, die auch interessante Sachen im Angebot haben und die man in der Regel nicht so gut kennt, sollte man ganz genau hinschauen, bevor man die Kreditkarte zückt oder der Lastschrift zustimmt.

Angesehene Gütesiegel bieten mehr Sicherheit beim Online-Einkauf

Viele Onlineshops präsentieren Dutzende Gütesiegel, die Vertrauen herstellen sollen. Doch viele dieser Siegel sind bedeutungslos: 100-Prozent-Garantie, Zufriedenheitsgarantie, Sicherheitsgarantie. Wirklich nützlich sind nur wenige Siegel, die von der Initiative D21 hier aufgelistet sind. Darunter das Gütesiegel Trusted Shops. Shops, die dieses Gütesiegel tragen wollen, müssen diverse Kriterien erfüllen. Sie werden auf Herz und Nieren geprüft, müssen die Daten sicher übertragen, alle Nebenkosten nennen, die gesetzlichen Bestimmungen einhalten und vieles andere mehr.

Weiterer Pluspunkt: Kunden, die in solchen Shops einkaufen, können am Ende des Kaufprozesses – kostenlos! – einen Käuferschutz beantragen. Sollte beim Einkauf irgendwas schief laufen, kann der Kunde bei Trusted Shops auch noch Monate nach dem Einkauf das Geld zurückbekommen – so fühlt man sich beim Einkauf doch gleich besser. Es lohnt sich daher, auf solche Gütesiegel zu achten und auch die angebotenen Dienste zu nutzen.

Gefälschte Gütesiegel gibt es auch

Mitunter werden solche Gütesiegel auch missbräuchlich verwendet. Betrüger präsentieren die vertrauensbildenden Logos auf ihren Webseiten, ohne die verbundenen Leistungen zu bieten. Hier hilft nur eins: Auf den Webseiten der Siegel-Anbieter nachschauen. Die listen bekannte Betrüger auf und bieten eine Suchfunktion, um zu prüfen, ob ein Siegel zu Recht auf der Webseite platziert wurde. Nachzuschauen macht etwas Mühe, aber bei einem Onlineshop, den man bislang nicht kennt, lohnt der Aufwand.

Außerdem sollte man bei unbekannten Shops etwas genauer hinschauen: Was steht im Impressum, hat der Onlineshop eine „richtige“ Adresse oder nur ein Postfach? Ist der Shop auch telefonisch zu erreichen? Wie sieht es mit Angaben zu Datenschutz und Widerrufsrecht aus? Ebenfalls wichtig: Konkrete Angaben zu Lieferfristen und Lieferkosten. Bietet ein Onlineshop ausschließlich Vorkasse oder Nachnahme an, sollte man skeptisch werden. Außerdem: Beim Zahlungsvorgang und wenn sensible Daten eingegeben werden (etwa bei Registrierung oder Login), sollte der Shop die verschlüsselte Datenübertragung wählen (https://).

Mit etwas Erfahrung bekommt man ein Gefühl dafür. Ich kaufe gerne online ein. Es macht Spaß, geht rund um die Uhr und ist bequem. Natürlich habe auch ich manchmal ein unsicheres Gefühl, wenn ich in einem kleinen Onlineshop einkaufe, den ich noch nicht kenne. Doch dann mache ich mich schlau – und entscheide, ob ich kaufe oder nicht. Das Bauchgefühl ist wichtig, genau so wie im „richtigen“ Leben, wo man ja auch nicht  überall bedenkenlos einkauft. Warnsignale sollte man ernst nehmen. Wer das beachtet und umsichtig ist, wird so schnell auch keine schlechten Erfahrungen beim Onlineshopping machen.

Über den Autor:

Jörg Schieb ist Buchautor und Journalist aus Düsseldorf, unter anderem arbeitet und moderiert er für das WDR Fernsehen, den WDR Hörfunk, wdr.de, Deutschlandradio Kultur, Stiftung Warentest und viele andere.

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