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Veröffentlicht am: 12. Februar 2015

Paket, dass durch die Luft fliegt

Schieb schreibt: Wenn die Drohne zwei Mal klingelt

Diesmal wagt unser Gastautor Jörg Schieb einen Blick in die Zukunft: Wie wird sich Onlineshopping entwickeln und vor allem, wie kommen die Waren künftig zu uns?

Online-Shopper sind ungeduldige Zeitgenossen. Baut sich eine Webseite nicht schnell genug auf, sind die potenziellen Kunden schneller weg als der Betreiber „Server“ sagen kann. Tempo ist entscheidend. Darum braucht es leistungsfähige Web-Server und optimal konfigurierte Datenbanken, um die Geduld der klickenden Community nicht unnötig auf die Probe zu stellen. Auch der Bezahlvorgang sollte möglichst zügig erledigt sein – und die Lieferung sowieso.

Doch bis die bestellte Ware beim Kunden ist, kann es durchaus einige Tage dauern. Viele Onlineshops informieren ihre Kunden heute deshalb detailliert über jeden Schritt, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, bei der Auslieferung zu trödeln: Bestellung angenommen. Bestellung verarbeitet. Paket gepackt. Paket auf dem Weg… Die Message ist klar: Wir tun was wir können. Der Rest liegt in den Händen und damit in der Verantwortung des Zustellers. Die verschicken heute oft sogar SMS oder Mails, wenn der Bote auf dem Weg ist.

Doch die Wartezeiten sollen erheblich verkürzt werden. In New York City liefert der Onlineshop Amazon manche Waren in einem Test binnen einer Stunde. Expresslieferung innerhalb einer Stunde kostet acht Dollar Aufschlag, innerhalb von zwei Stunden ist für Prime-Kunden gratis. Das funktioniert zwar nicht mit allen Artikeln, wohl aber mit den gängigsten. Einige Tausend Artikel werden vorgehalten. In Ballungsräumen ist so ein Service schon bald durchaus bei mehreren Onlineshops denkbar. Zumindest bei den ganz großen. Und wem würde es nicht gefallen: Heute Morgen bestellt, am Nachmittag schon da. Klasse.

Teilweise driften die Ideen für die Zustellung von Waren auch ins Absurde. Amazon und DHL experimentieren mit Drohnen. Die sollen schnell, elegant und diskret kleinere Bestellungen zustellen können. Aber mal abgesehen davon, dass diese Drohnen nicht allzu viel Gewicht transportieren können, wird das in der Praxis niemals funktionieren. Auf dem Land mag es vielleicht sogar noch klappen, aber in einer Großstadt? Wo soll die Ware abgelegt werden, wenn Thorsten aus der WG im 3. Stock etwas bestellt? Auf dem Fensterbrett? Wohl kaum im Hausflur. Abgesehen davon dürfte die Mehrzahl der Drohnen nie wieder zur Homebase zurückkehren, weil Spaßvögel sie vom Himmel holen.

Das Wir-liefern-sofort-Konzept ist zweifellos zukunftsträchtig. Die Herausforderung wird sein, flexibel einsetzbare Kuriere zu haben. Aber auch daran arbeitet die New Economy: Fahrdienste wie Uber machen sich gerade überall breit. Solche Fahrer könnten auch zum Verteilen von Päckchen eingesetzt werden. Google hat nicht aus Spaß bei Uber investiert. Der Onlinedienst will nun auch noch zum Logistik-Unternehmen werden. Ein interessanter, wachsender Markt.

Ein bisschen weiter in die Zukunft gedacht: Selbstfahrende Autos. Auch damit experimentiert Google – und so ziemlich jeder große Autohersteller, wie gerade erst auf der CES zu sehen. Wie allerdings Pakete oder Päckchen aus dem Auto vor die Türschwelle kommen sollen, ist noch ungeklärt.

Und damit es noch schneller geht, tüftelt Amazon an einem Algorithmus, der Waren schon verpackt und auf den Versandweg bringt, noch bevor wir sie überhaupt bestellt haben. Denn Amazons Algorithmen kennen uns so gut, dass sie fast besser wissen als wir selbst, was wir mögen – und bei welchen Angeboten wir zuschlagen. Das mag vermessen klingen, scheint aber wissenschaftlich belastbar zu sein – und wirtschaftlich sinnvoll. Ein Problem bleibt allerdings: Wir müssen zu Hause sein, wenn die Ware kommt. Oder eine Möglichkeit vorsehen, dass Päckchen und Pakete abgeliefert werden können.

Bei digitalen Waren gibt es solche Probleme nicht. Musik. Filme. Software. Apps. Gibt es schon als Download. Ebenso Bücher – und Zeitschriften. Hier wird der Anteil an direkt aus dem Netz geladenen Inhalten zunehmen. Gelesen wird dann auf dem Tablet. Mit einem weiteren Vorteil, der bislang kaum genutzt wird, zumindest bei Zeitschriften nicht: Individualisierung. Warum nicht eine Zeitung oder Zeitschrift mit persönlicher Ansprache, mit einer individuellen Gliederung und Ordnung? So etwas ist denkbar – und wird kommen.

Über den Autor:

Jörg Schieb ist Buchautor und Journalist aus Düsseldorf, unter anderem arbeitet und moderiert er für das WDR Fernsehen, den WDR Hörfunk, wdr.de, Deutschlandradio Kultur, Stiftung Warentest und viele andere.

Der Autor:

Autor: Jörg Schieb

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