Fotofalle Internet: Warum der Eiffelturm bei Nacht tabu ist

Fotofalle Internet: Warum der Eiffelturm bei Nacht tabu ist

Wer bloggt, eine Website hat oder bei Facebook ist, muss sich zwangsläufig mit Bildrechten befassen. Wie zeigen Dir, wie Du am besten mit Fotofallen umgehst und was der Eiffelturm damit zu tun hat.

Jedes Foto ist geschützt

Dass wir nicht einfach Bilder von Samsung oder Asterix kopieren und auf unsere Website hochladen sollten, wissen wir eigentlich alle. Schließlich dürfen wir ein Bild nur veröffentlichen, wenn wir die Nutzungsrechte haben. Wer „Bilderklau“ begeht, riskiert Abmahnungen. Und das kann pro Bild schnell mehrere Hundert Euro kosten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Foto ein Schnappschuss oder Kunstwerk ist. Im Unterschied zu Texten oder Musikstücken kennt das deutsche Urheberrecht bei Fotografien keine Schöpfungshöhe. Deshalb ist selbst das verwackelte Partybild vom letzten Wochenende – auch ohne Copyright-Hinweis – urheberrechtlich geschützt.

Bei eigenen Fotos kann dir nichts passieren! lautet deshalb ein beliebter Ratschlag. Das ist leider falsch. Bei Bildern mit Menschen hat grundsätzlich das Persönlichkeitsrecht Vorrang. Juristen sprechen hier vom „Recht am eigenen Bild“. Bevor wir das Partyfoto hochladen, brauchen wir das Einverständnis der abgebildeten Personen.

Panoramafreiheit

Dank der sogenannten Panoramafreiheit dürfen Gebäude oder bleibende Installationen, die von öffentlichen Wegen aus sichtbar sind, in Deutschland ohne die sonst erforderliche Genehmigung abgelichtet werden. In manchen Ländern gelten allerdings strengere Regeln. Den Eiffelturm etwa dürfen wir bei Nacht fotografieren – die Veröffentlichung muss jedoch von der Beleuchtungsfirma genehmigt werden. Unter welchen Bedingungen das Foto dann verwendet werden kann, entscheidet als Urheber das Unternehmen.

Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Beispiel Schloss Sanssouci. Neben dem Schloss selbst wird auch der umgebende Park von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verwaltet. Damit ist der Zugang nicht öffentlich. Aus diesem Grund kann der Betreiber festlegen, dass Fotos nur zu nicht-kommerziellen Zwecken ohne Genehmigung veröffentlicht werden dürfen. Alle anderen zahlen Lizenzgebühren.

Die richtigen Fragen stellen

Über jedes Foto müssen wir uns Gedanken machen, bevor wir es im Internet hochladen: Welche Urheber- und Nutzungsrechte muss ich beachten? Sind Personen oder urheberrechtlich geschützte Werke abgebildet? Wer die richtigen Antworten findet und umsetzt, tappt in keine Fotofalle. Ansonsten bleibt immer noch die Option, den Eiffelturm einfach bei Tag zu fotografieren.

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  1. Avatar

    ElMacchiato sagte am

    Hi,

    ich finde es bedenktlich wenn so was möglich wird. Demnächst muss ich schon wenn ich ein Blümchen am Wegesrand knipse befürchten; das der Besitzer irgendeiner Biene Urheberrechte an der Blume hat weil seine Biene da bestäubt hat? Langsam nervt das mit den Bildnisrechten dieser Art. Personen, Indoor, kann ich Verbote ja verstehen, aber so. Vielleicht sollte einfach keiner mehr den Eifelturm besichtigen gehen oder besser noch, Paris-Fotos ohne Eifelturm online stellen.

    cu ElMacchiato

    Antworten
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