Festplattenausfall bei HiDrive: Sind Eure Daten weg?

Festplattenausfall bei HiDrive: Sind Eure Daten weg?

Alle Cloud-Anbieter versprechen: Eure Daten sind sicher. Dabei zeigt die Berichterstattung der letzten Wochen und Monate, dass es keine hundertprozentige Sicherheit für Online-Speicher gibt. Auch Festplattenausfälle sind möglich. Wir erklären Euch, was dann bei uns passiert und wie wir Eure HiDrive Daten sichern.

S.M.A.R.T.: Die Festplatte verrät uns, wenn’s irgendwo hakt

Von herkömmlichen Festplatten, wie Ihr sie in unserem Bild seht und zu Hause nutzt, kennt Ihr das vielleicht: Sie gehen kaputt. Doch was bei Euch selten passiert, ist für uns Alltag. Für unseren Online-Speicher HiDrive haben wir mehr als 10.000 Festplatten, die wir im Auge behalten müssen. Was das Ganze erleichtert: Unsere Festplatten unterstützen uns aktiv dabei, kleinere Störungen zu erkennen. Sie sind mit einem sogenannten S.M.A.R.T.-Programm ausgestattet, das die Festplatte überwacht und analysiert. Sobald sie unregelmäßig läuft, sendet das Programm Statusmeldungen. Die Kontrolldaten des Programms können wir auslesen und so mögliche Schwächen der Festplatte erkennen.

Hohe Sicherheit: Eure Daten liegen mehrfach vor

Die Festplatten von HiDrive sind Teil einer komplexen Plattform. Um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten, wird ein einfaches Prinzip genutzt – das RAID-Prinzip. RAID steht für Redundant Array of Independent Disks, also die redundante Anordnung unabhängiger Festplatten. Das bedeutet: In dem Speichersystem sind Festplatten in Gruppen  angeordnet. In diesen RAID-Gruppen sind Eure Daten auf mehreren Festplatten verteilt gespeichert. So können pro Gruppe zwei Festplatten gleichzeitig ausfallen, ohne dass die darauf befindlichen Daten verloren gehen. Denn Eure Daten liegen mehrfach vor.

Fällt eine Festplatte aus, passiert nun automatisch Folgendes:

  1. Das Speichersystem erkennt die ausgefallene Platte und schließt sie aus der RAID-Gruppe aus. Das System arbeitet ohne sie weiter.
  2. Ein Algorithmus stellt die Daten der kaputten Platte wieder her.
  3. Eine Ersatzfestplatte springt ein und speichert die wiederhergestellten Informationen. Im Fachjargon heißen diese Ersatzfestplatten Hot Spares. Davon sind jedem unserer Speichersysteme zwei beiseitegestellt.
In einem Speichersystem sind die Festplatten in RAID-Gruppen angeordnet. Die Hot Spares springen ein, wenn eine Festplatte ausfällt.
In einem Speichersystem sind die Festplatten in RAID-Gruppen angeordnet. Die Hot Spares springen ein, wenn eine Festplatte ausfällt.

Von der Idee bis zur finalen HiDrive Plattform war es ein langer Weg:

„Drei Jahre hat es gedauert, bis wir mit HiDrive starten konnten. 2007 haben mein Kollege Oli und ich überlegt, wie unser Speichersystem aufgebaut sein könnte und angefangen, es zu gestalten. Erst zwei Jahre später waren Soft- und Hardware so aufeinander abgestimmt, dass wir unseren STRATO Kunden eine Beta-Version präsentieren konnten. 2010 sind wir dann live gegangen.“

Peter Tuschy, Division Manager Platform Operations bei STRATO

Festplattenaustausch: Für uns Routine, für Euch keine Einschränkungen

Fällt eine Platte aus, reagiert nicht nur das Speichersystem und schließt die defekte Platte aus. Auch wir haben alles rund um die Uhr im Blick und registrieren den Festplattenausfall. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass nicht zu viele Platten gleichzeitig ausfallen. Dafür besitzen wir eine Monitoring-Software, die uns alle Störungen anzeigt. Letztlich müssen auch wir noch aktiv werden, damit die kaputte Festplatte aus dem Speichersystem verschwindet.

Dass eine Platte ausfällt, passiert mehrmals pro Monat und ist für uns reine Routine. Das Beste an unseren Speichersystemen: Bei einem Festplattenausfall muss niemand in Panik geraten und sofort loslaufen, um die defekte Platte auszutauschen. Im Gegenteil. Weil es die Ersatzfestplatten gibt, können wir absolut effizient arbeiten. Und was bedeutet das für Euch? Ihr bekommt von den Ausfällen gar nichts mit, da das Speichersystem weiterhin problemlos läuft.

Ist es an der Zeit, die defekten Festplatten auszutauschen, machen wir uns auf den Weg. Es sind dann nur noch wenige Handgriffe: alte Festplatte raus, neue Festplatte rein. Fertig! Das Speichersystem besitzt dann wieder eine neue Ersatzfestplatte – so lange, bis eine andere ausfällt.

Ein STRATO Mitarbeiter tauscht eine defekte Festplatte aus.

Stabile Performance: Festplatten mit Helium-Füllung

Helium kennt Ihr sonst vermutlich nur aus Ballons. Bei uns steckt es in den Festplatten. Die HGST Ultrastar He6 und He8 sind die ersten Festplatten, die mit dem Edelgas gefüllt sind. Durch den geringeren Gaswiderstand reduzieren sich die Turbulenzen innerhalb des Festplattengehäuses. Dadurch passen in eine Helium-Festplatte dünnere und mehr Scheiben als in normale Platten. Auch der Stromverbrauch ist niedriger. Denn: Der Festplattenmotor benötigt weniger Energie, um die Platten zu drehen. Die Platte läuft somit kühler und ruhiger. So können wir Eure Daten auf Festplatten ablegen, die enorm leistungsfähig sind und lange durchhalten.

Sichere Entsorgung: Keine Eurer Daten verlässt das Rechenzentrum

Das Wichtigste vorweg: Bei uns liegen Eure Daten verschlüsselt auf den Festplatten. Für jede gibt es einen eigenen Schlüssel, den lediglich unsere eigene Software kennt. Dadurch sind die Daten jederzeit geschützt.

Ist eine Platte ausgefallen, ist sie für uns nicht mehr zu gebrauchen. Deshalb entsorgen wir sie. Aber: Festplatten wandern bei uns nicht einfach in den Müll. Daten auf noch funktionstüchtigen Platten löschen wir sicherheitskonform und irreparabel. Bei kaputten Platten nutzen wir den sogenannten Degaußer. Ein Entmagnetisierungsprozess zerstört die Daten in mehreren Durchgängen vollständig.

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  1. Avatar

    Marco sagte am

    Hallo,

    ich bin MAC-User und bin mir nun nicht sicher, wie ich HiDrive einbinden/nutzen soll, um möglichst TOP-gesichert zu sein. Schade, dass die angebotene MAC-Synchronierungssoftware nicht einfach anwenderfreundliche ALLES nutzt: 1. Sichere Tunnelverbindung zum HiDrive-Server und 2. sichere End-zu-End Verschlüsselung der übertragenen Dateien.
    Oder macht das die Software vielleicht doch?

    Falls nicht, gibt es noch eine einfachere Variante zu „Tunnelblick“ und Netzlaufwerk via CIFS(SMB) verbinden?

    Antworten
  2. Avatar

    Hamza sagte am

    Was vielleicht noch ganz nett wäre, ist ein 5-Minuten Imagefilm zu eurem RZ.

    Viele Grüße

    Antworten
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