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Veröffentlicht am: 06. November 2017

Alles startklar? 7 Fragen, die Du Dir vor der Gründung stellen solltest

Eine schöne Gründungsidee zu haben, ist die eine Sache. Wirklich startklar zu sein, die andere. Nur: Woher weißt Du, dass Du bereit bist zu gründen? STRATO Technikvorstand René Wienholtz sagt: „Die richtungsweisenden Fragen beschäftigen sich mit drei Oberbereichen: der Persönlichkeit, den eigenen Fähigkeiten und dem Produkt. Daraus lassen sich sieben Fragen ableiten.“ Darauf wollen wir genauer eingehen.

Die Persönlichkeit

Frage 1: Selbstmotivation. Schaffst du es, Dich über mehrere Jahre immer wieder selbst zu motivieren, um an Deiner Idee und Deinem Projekt weiterzuarbeiten?

Das sagt René: Ich vergleiche diesen Punkt gerne mit frisch gewordenen Eltern. Wenn Du ein Kind hast, verlangt es von Dir durchgehende Höchstleistungen: Du bist jeden Tag, rund um die Uhr verpflichtet. Du tust Dinge, die Du normalerweise nicht gerne tust. Dafür aber hast Du am Ende einen motivierenden Ausgleich durch das Kind – und wenn es „nur“ ein Lächeln ist.

Bei einem Unternehmen ist das anders. Zwar musst Du hier auch jeden Tag mehr leisten als Du zunächst gedacht hast – zahlreiche Frustrationen mitinbegriffen. Aber die motivierenden Effekte lassen auf sich warten. Die ernüchternde Nachricht ist, dass Du lange Strecken ohne Bestätigung von außen durchhalten musst. Hierfür musst Du eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen und Dich selbst motivieren können. Dein Credo muss in etwa lauten: „Das alles mache ich für mich!“

Stehst Du lieber auf der Stelle, legst Du zwischendurch mal einen Sprint ein oder hältst Du auch auf langen Wegen durch?

Frage 2: Strahlkraft. Kannst Du andere mit echter Leidenschaft überzeugen und sie mitreißen?

Das sagt René: Du brauchst eine hohe Strahl- und Überzeugungskraft. Du musst Deine Kollegen, Mitarbeiter, Partner und Investoren von Deinem Produkt, Deinem Vorgehen und Dir selbst überzeugen können. Und das gleichzeitig authentisch rüberbringen. Denn kommt es nicht vom Herzen, wird man Dir das anmerken.

Warum ist das so wichtig?

Einerseits wirst Du in der Lage sein müssen, intern Leute zu führen. Besonders in kleinen Strukturen geht das aber nicht über „Command & Control“, sondern indem Du das Personal mitreißt und begeisterst. So erst motivierst Du sie, mit Dir zu arbeiten.

Andererseits brauchst Du die hohe Strahlkraft für Externe wie Investoren, Kunden oder Kollegen in Meetups. Du musst für Deine Idee brennen und sie mit Leidenschaft erklären können. Diese Liebe muss spürbar sein und darf nicht aufgesetzt wirken. Durch diese hohe Emotionalität kannst Du überzeugen.

Die Fähigkeiten

Frage 3: Kernkompetenz. Bringst Du das Wissen mit, das für Deine Branche wichtig ist?

Das sagt René: Deine Idee bewegt sich im Bereich Fintech? Dann ist es gut, wenn Du Kenntnisse aus der Banking-Branchemitbringst. Du machst etwas im E-Commerce? Dann sind Vorerfahrungen im Online-Handel wichtig.

Dass Du die passende Kernkompetenz zum Produkt mitbringen solltest, versteht sich von selbst. Aber was ist mit den Kompetenzen drum herum?

Für jede Branche gibt es bestimmte Kernkompetenzen, die Du mitbringen solltest.

Frage 4: Product Ownership. Hast Du die Skills, um das Produkt an den Start zu bringen?

Das sagt René: Nehmen wir an, dass das Produkt Deines Unternehmens eine App ist. Du musst hierfür nicht unbedingt ein geborener Entwickler sein – aber immerhin ein guter Product Owner! Ich sehe häufig Gründungen, bei denen die Person zwar eine schöne Idee mitbringt, aber keine Idee hat, wie genau sie umgesetzt wird. „Macht schon eine externe Firma“, heißt es dann. Aber wie sieht das genau aus? Diese Frage musst Du beantworten können, denn die externe Firma macht auch nur das, was Du ihr sagst.

Product Ownership bedeutet, dass Du genau weißt, wie das Produkt funktioniert, wie Du es an den Start bringst und vermarktest. Und das macht auch den Unterschied aus zwischen der guten Idee einerseits und der Umsetzung andererseits.

Das Produkt

Frage 5: Right to Win. Löst Dein Produkt ein Problem?

Das sagt René: Was sollte Dein Produkt mitbringen? Es muss ein Problem lösen, das viele Leute haben und bisher nicht gelöst wurde. Und da gibt es schon eine kleine Schwierigkeit: Kaum jemand wird sagen können, dass niemand etwas in diese Richtung gemacht hat. Deshalb brauchst Du ein Alleinstellungsmerkmal, eine sogenannte Unique Selling Proposition (USP). Und das kann schon ein Twist sein!

Aber wie sieht so ein Twist aus? Nehmen wir Airbnb als Beispiel. 2001 habe ich in Spanien das Sonar-Festival besucht und hierfür über die Website Citysiesta eine Privatunterkunft gebucht. Unternehmen wie dieses sind heute von Airbnb nahezu komplett verdrängt. Wie ist es dazu gekommen? Ein Twist bei Airbnb ist die bessere Usability. Der andere das bilaterale Bewertungssystem: Airbnb hat erkannt, dass das beidseitige Vertrauensverhältnis zwischen Gast und Gastgeber wichtig ist, um ein großes Angebot an Unterkünften zu ermöglichen.

Der Twist muss nicht unbedingt im Produkt selbst liegen, sondern kann auch der Prozess sein. Die Gründungsidee muss eine Besonderheit haben, damit es einen Right to Win gibt.

Löst Dein Produkt ein bestimmtes Problem so gut für Deine potenziellen Kunden, dass es einen „Right to Win“ hat?

Frage 6: Nachfrage. Braucht das jemand?

Das sagt René: Deine Idee mag zwar einen guten Twist haben und etwas besser machen als vorhandene Produkte. Aber wie sieht es mit dem tatsächlichen Bedarf aus?

Bei vielen Gründungsideen hast Du die Möglichkeit, das herauszufinden, und zwar ohne das Produkt fertiggestellt zu haben. Oft reicht es zu wissen, wie es aussieht, (siehe auch Frage 4) und mit einer Website die ersten Schritte im Marketing zu testen. Konkret kann das bedeuten, Keywords bei Google oder Postings auf Facebook zu bewerben und zu prüfen, wie potenzielle Kunden darauf reagieren.

Die Einsichten und Lerneffekte hierdurch können enorm sein. Gleichzeitig sind der Aufwand und die Kosten hierfür gering. Oft reicht schon ein kleiner Server oder eine Website auf einer Shared-Webhosting-Plattform.

Frage 7: Leidenschaft. Brennst Du für Deine Idee?

Das sagt René: Wer eine Idee ohne Leidenschaft umsetzt, tut sich keinen Gefallen. Du musst für Dein Projekt brennen, Feuer und Flamme sein. Das darf nicht nachlassen. Auch nicht, wenn Kritik oder Korrekturen an der Idee kommen.

Aus meiner Mentortätigkeit bei der Berlin Startup Academy habe ich eine Sache erlebt: Da war ein angehender Gründer mit einer wirklich guten Idee, bei der es um maßgeschneiderte Kunstangebote ging. Ich bin mir sicher, dass das ein Erfolg geworden wäre!

Aber: Während der Reflexionen über Kosten, Personal und Umsetzbarkeit kamen dem Gründer so viele Zweifel auf. Und obwohl er kurz vor der Finanzierung stand, sagte er sich schließlich: „Ich finde meine zwar Idee weiterhin toll, aber nach all dem Input brenne ich nicht mehr dafür. Ich würde es nur noch umsetzen, weil ich so weit gekommen bin, aber nicht aus Leidenschaft.“

Meiner Meinung nach hat er das richtig entschieden, denn ihm hätte die Leidenschaft gefehlt und somit auch ein wichtiger Teil für die Selbstmotivation (Punkt 1). Natürlich kannst Du aus Sturheit das Projekt durchziehen. Aber welchen Sinn hat es dann noch? Frag Dich: Ist das Projekt Dein Ding, sodass Du die nächsten fünf oder zehn Jahre daran Freude hast?

Als Mentor bei der Berlin Startup Academy und als Gründer hat René Wienholtz einiges in der Welt der Startups und des Managements erlebt und teilt dieses Wissen gerne mit Dir. Hast Du Fragen oder Anmerkungen? Immer her damit! ↓

Tags: Startup

Der Autor:

Autor: Philipp Wolf

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